Abschiednehmen fällt schwer…

Habari za mchana, liebe Blogfreunde!

Ich bin zurück in meiner Heimat, aber mein Herz ist noch am Weg, denn es konnte mir nicht so schnell folgen. Meine Gefühle sind ein Gemisch aus Freude und Wehmut, Wiedersehensfreude und Abschiedsschmerz.

Die Monate in Tansania waren für mich eine sehr bereichernde, spannende und manchmal auch aufregende Zeit. Ich konnte viel von meiner beruflichen und auch privaten Lebenserfahrung in meine Arbeit einbringen. Ich gewann Freunde, die mich mit ihrer Fröhlichkeit, ihrer Gastfreundschaft, ihrer Selbstverständlichkeit und ihrer außergewöhnlichen Überlebensstrategie beeindruckten, bezauberten und immer wieder zum Staunen brachten. Musik und Tanz gehören zu ihrem Leben wie das tägliche Ugali(Maisbrei).

Ich habe noch einige schöne und interessante Bilder gefunden, die ich euch noch zeigen möchte:

Das Mama Kevina Hope Centre, geleitet von Sr. Febronia, mit den Schwerpunkten:

22 Kinder die im Zentrum leben, Erfassung behinderter Kinder in den Dörfern, Therapiewochen mit Eltern und Kindern im Zentrum, Ambulante Betreuung zu Hause. So werden ca. 500 Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung versorgt.

Auch die Landwirtschaft ist ein wesentlicher Bestandteil des Zentrums mit Obst – und Gemüsebau sowie Viehwirtschaft zur Selbstversorgung und zum Verkauf. Eine Getreidemühle für Eigenbedarf und Dienstleistung steht auch zur Verfügung.

Ich machte am Wochenende oft Wanderungen, wie zum Beispiel in den Usambara Bergen, wo die Veilchen herkommen. Die Aussicht von Mtae war grandios. Das Tal ist zu drei Seiten offen und der Blick reicht bis nach Kenia und zum Kilimanjaro.

Ich erstellte für das Zentrum gemeinsam mit Regina eine Power Point Präsentation in vier Sprachen für Besucher und Sponsoren. Um ein Foto vom gesamten Zentrum machen zu können, wanderten Regina und ich auf unseren Hausberg und machten eine „Flugaufnahme“.

An einem Wochenende war ich mit Freunden in der Nähe von Tanga am Strand des indischen Ozean und ein anderes Mal mit Regina in Maua bei den Franziskanern. Ein bisschen Abstand am Wochenende tat gut.

Das Abschiednehmen von den Kindern, aber auch von meinen gewonnenen Freunden war doch sehr schmerzlich.

Ich werde ganz gewiss auch von zu Hause das Zentrum, die Schwestern und meine tansanischen Familien und Freunde unterstützen.

Falls ihr Interesse habt, euch zu beteiligen, bitte ich euch, eure Zuwendung an mein Konto bei der Raiba Waldhausen IBAN AT 64 3477700008125965 zu überweisen. Ich garantiere euch, dass jeder Cent bestens verwendet wird. Falls ihr Fragen habt, könnt ihr mir eine Email schreiben: m.schoenhofer@aon.at

Falls ihr auch einen freiwilligen Dienst machen möchtet, schaut auf die homepage von Voluntaris – weltweit. erfahrung. Teilen

Das ist mein letzter Blogeintrag. Ich hoffe es war interessant für euch und meine Bilder konnten euch Tansania etwas näher bringen.

Tutaonana, eure Maria Schönhofer

 

 

 

 

 

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In die Berg bin i gern…

Hallo, liebe Blogfreunde!

Bin jetzt schon 4 Monate hier in Same. Da mein Visum nicht ganz so lange wie geplant verlängert wurde, werde ich nun schon am 14. Juni heim fliegen. Bin also nur noch vier Wochen hier.

Die Zeit hier vergeht sehr schnell und die Arbeit ist abwechslungsreich und macht mir Freude. Das Wochenende nütze ich immer für Bergwanderungen. Die Landschaft ist von oben noch viel schöner, als unten im Tal.

Vor 2 Wochen bin ich nochmal mit meinen Wanderfreunden auf unseren Hausberg gestiegen. Da er noch keinen Namen hatte, haben wir ihn, zu Ehren meiner Urenkelin „Mt. Victorias Mtoto“ getauft.

Wir haben auch eine kleine Werkstätte. Nema, die Betreuerin, sie ist eine Massai, macht sehr schönen, traditionellen Schmuck mit den beeinträchtigten Jugendlichen. Es ist sehr viel Geduld und Fingerspitzengefühl erforderlich. Die Ohrringe, Ketten, Armreifen usw. werden dann ich Geschäften und Märkten zum Verkauf angeboten.

Voriges Wochenende waren Arne, ein junger Deutscher und ich bei der Familie von John, meinem Bodaboda Leibschofför,  ins Dörfchen Kilomeni eingeladen.  Es liegt hoch oben in den Bergen und wir fuhren zuerst mit dem Bus, vollgestopft wie immer und dann mit dem Motorrad den Berg hinauf. Der Weg war sehr steil und vom vielen Regen ausgewaschen. So ratterten wir über Steine, Sand und Schlaglöcher nach oben. Aber sehr schnell wurde ich für diese Strapaze mit einem herrlichen Talblick belohnt, der umwerfend schön war in der Abendsonne. Als wir ankamen, wurden wir sehr herzlich aufgenommen. Die Gastfreundschaft der Tansanier ist unübertrefflich. Die Menschen hier haben so wenig, aber das teilen sie für einen Besucher gerne. Ich schlief mit der Cousine von John in ihrem Bett, das war etwas ungewohnt für mich. Da sie kein Geld von mir nehmen wollten, steuerte ich Lebensmittel, die wir im Dorf kauften bei. Am Samstag machten wir eine sehr schöne Tour entlang eines Baches, begleitet von Affen und sehr schönen Vögeln, noch höher hinauf. Samstagnachmittag und Sonntag wanderten wir von Familie zu Familie, John hat da oben 5 Tanten und einen Onkel, die wir alle besuchten. Die Ausblicke zwischendurch waren immer wieder unglaublich schön. Überall gab es zu Essen und zu Trinken. Bei einer Familie wurde gerade Zuckerrohr Bier gebraut. John half mit und ich fotografierte. Danach konnten wir fertiges Gebräu kosten. Hat ein bisschen Ähnlichkeit mit unserem Most und ungefähr denselben Alkoholgehalt. Bei jeder Familie musste ich natürlich auch Fotos machen, denn Bilder sind hier etwas Besonderes. Ich werde sie ausarbeiten lassen und John zum Verteilen geben. Sehr beeindruckt von dieser besonderen Gastfreundschaft und der herrlichen Bergwelt, fuhr ich am Abend mit John wieder zurück nach Same.

Da ich immer wieder besondere Gesichter, Pflanzen und anderes Schönes vor die Linse bekomme, habe ich wieder ein paar für euch parat.

Damit endet mein Beitrag heute. Wünsche euch schöne Pfingstfeiertage, eure Maria Schönhofer

 

Ein Blick ins Paradies

Mambo, liebe Blogfreunde!

Nun bin ich wieder zurück in meinem tansanischen Alltag.

Katharina und ich hatten eine schöne, eindrucksvolle und spannende Zeit zusammen, leider ist sie auch sehr schnell vergangen.

Wir machten eine 6-tägige Safari durch die verschiedenen Nationalparks. Lake Manyara, Serengeti, Ngorongoro Krater und Arusha N.P. und durchfuhren einen Teil des Rift Valleys, der Wiege der Menschheit, wie es oft genannt wird.

Ich kann die überwältigenden Eindrücke kaum beschreiben. Zehntausende Zebras und Gnus auf Wanderschaft. Rhinos, Elefanten, Büffel, Leoparden und Löwen, die tansanischen Big Five, haben wir alle aus nächster Nähe gesehen. Giraffen, verschiedene Arten von Affen und Gazellen, und viele andere exotische Kleintiere in großen Herden und Verbänden. Die verschiedenen Landschaftsformen: Kurz- und Langgrassavanne, Buschland, Dschungel, Vulkankrater, Bergwald und die schier endlose Weite, wo es keinen Horizont gibt und sich scheinbar Himmel und Erde berühren. Ein wahrer Blick ins Paradies.

Nachts streifte ein Löwe durch unser Camp, das mitten in der Zentral Serengeti lag, nur aus drei Zelten bestand und weder einen Zaun hatte, noch anderen Schutz bot. Er war so nahe, dass ich ihn schnaufen hörte, das war schon aufregend. Und dann bei der Wanderung im Arusha N.P. im Mt. Meru Bergwald, lag da, einen halben Meter neben unserem Pfad, eine riesige Phyton, ungefähr 2,5 m lang und zweimal so dick wie mein Arm. Unser Guide brachte uns auf Abstand und hielt das Gewehr im Anschlag.  Ich machte mein Foto, bevor sie sich ins Gebüsch zurückzog.

Wir fuhren in einem Geländewagen, mit aufklappbarem Dach und schliefen nachts in Zelten oder in einer Lodge. Eine Nacht gönnten wir uns in einem Hotel am Kraterrand des Ngorongoro mit Zimmerblick direkt in den Krater, einfach umwerfend.

Unser Koch, Jona verpflegte uns mit liebevoll zubereiteten Speisen morgens und abends und mit Lunchpaketen für unterwegs. Rama, unser Fahrer und Guide, lieferte uns alles Wissenswerte und brachte uns durch Schlamm und Wildnis ganz nahe an die Tiere heran, die keine Notiz von uns nahmen, solange wir im Auto waren.

Die 6 Tage waren ein unglaublich beeindruckendes und wunderschönes Erlebnis mit lebenslänglichem Wert.

Danach machten wir einen Zwischenstopp im Hope Center und ich zeigte Katharina wo, mit wem und was ich arbeite und verbrachten eine Nacht im Konvent der Schwestern. Die Kinder begrüßten uns stürmisch und auch die Schwestern freuten sich sehr über den Besuch meiner Enkelin.

Am darauffolgenden Tag,  ratterten wir im vollgestopften Bus, man glaubt nicht wie viele Leute in so ein Vehikel rein passen, vorbei an den Usambara Bergen, Richtung Tanga. Die letzte Etappe fuhren wir mit dem Taxi. Nach zweistündigem Warten an der Fähre, erreichten  wir am Abend den herrlichen Strand von Pangani am indischen Ozean. In der Anlage von „The Tides“ verbrachten wir dann fünf Urlaubstage.

Danach fuhren wir zurück nach Same und am Donnerstag brachte ich Katharina, mit etwas Wehmut zum Kilimanjaro Airport. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie gekommen ist.  Es war sehr schön für mich, Besuch aus der Heimat zu haben.

Seit meinem letzten Blogbeitrag, habe ich auch materielle und finanzielle Unterstützung aus Österreich bekommen.

2 große Pakete kamen, vom Team ABC- Fotodisign in Amstetten, gepackt von Barbara Steinkellner und Conny Wiesinger bei uns an. Viele nützliche Dinge packten wir voll Freude aus. Hygieneartikel, Verbandsmaterial, Kindersachen, Schreibwaren und Buntstifte, u.v.m..

Auch Manuel Leitner und Magda Steinkellner steuerten Therapiematerial bei, als mein Mann Hans einen Koffer mit wichtigen Dingen voll packte und Katharina mitgab.

Die Pfarre Waldhausen hat mir 200 € zur Verfügung gestellt, um dringend benötigte Ding hier in Tansania einkaufen zu können.

Ein herzliches Dankeschön allen Spendern!

War etwas länger, mein Beitrag heute. Bis zum nächsten Mal,

eure Maria Schönhofer

P.S. Übrigens, ich habe meine ersten 3 Monate schon vorbei.

 

 

 

Leo kuno yua kali…

Liebe Blogfreunde!
So schön langsam kehrt bei mir der Alltag ein, hier in Tansania.
Ich gehe um 8 Uhr zu Fuß ins Hope Centre ca. 1 Stunde. Von 9 -16/17 Uhr arbeite ich dann dort. Momentan haben die Kinder Osterferien für 2 Wochen. Sie helfen am Feld, bei der Wäsche und beim Kochen. Wir finden dazwischen aber auch immer wieder Zeit für Fußball und andere Ballspiele wie „Zehnerln“ (habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr gespielt), zu tanzen, Musik zu hören. Ich versuch ihnen einfach viel Zuwendung zu geben, die ihnen doch oft fehlt. Danach bringt mich Jioni nach Hause oder ich fahre mit dem Bodaboda oder Piki Piki (Motoradtaxi). Ist sehr angenehm, weil es etwas kühlt.
Die Hitze ist zeitweise fast unerträglich, seit ich da bin, immer über 35 Grad und jetzt haben wir auch noch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Es kühlt auch nachts nicht richtig ab. Dabei ist Regenzeit. Die Bauern warten schon sehnsüchtig, dass es endlich regnet sonst verdorren die Feldfrüchte. Auch das Wasser ist dadurch sehr knapp.
Meine Abendgestaltung sieht hier etwas anders aus, als zu Hause. Ich lerne Swahili, wasche meine Wäsche(mit der Hand), unterhalte mich mit den Schwestern oder Gästen, wenn welche da sind und skype mit meiner Familie. Fernsehen fehlt mir eigentlich gar nicht. Was mir manchmal fehlt ist, einmal mit Freunden ins Kaffeehaus zu gehen oder zu meiner Schwester auf einen Marillenknödel und ein Tratscherl. Auch nach der heimeligen Atmosphäre zu Hause habe ich manchmal Sehnsucht und natürlich fehlt mir meinen Mann Hans, meine Familie und unser Hund Charlie.
Zu meiner Tätigkeit:
Es ist für mich sehr interessant, dass es hier häufig Behinderungsformen gibt, die in Österreich, Dank unserer medizinischen Frühversorgung gut operabel und behandelbar sind wie, Spina Bifida oder Hydrocephalus. Auch Kleinwüchsigkeit kommt hier vermehrt vor. Eine mögliche Ursache dafür könnte, wenn es keine genetisch bedingte Ursache gibt, die Mangelernährung der Mütter und Kinder sein. Auch Down Syndrom wird auffallend häufig diagnostiziert.
Noch interessantes zur Schule:
Die Schülerzahlen in den Klassen liegen hier zwischen 45 und 80 Schülern. Es unterrichtet immer nur ein Lehrer. Die Lehrer verdienen sehr schlecht und müssen viele Stunden unterrichten. Es gibt auch in manchen Schulen schon integrative Klassen. Bedauernswerter Weise gibt es hier noch die Prügelstrafe mit Schlägen mit einem Stock auf Handflächen oder Popo oder sich vor der Schule auf die staubige Straße (siehe Foto) knien zu müssen.
Morgen kommt mich meine Enkeltochter Katharina besuchen und wir gehen für eine Woche auf Safari, ein bißchen Wandern und danach für einige Tage an den Strand in Pangane am indischen Ozean. Freue mich schon sehr jemand von zu Hause hier zu haben und ein paar Wochen auszuspannen.
Also bis dann in zwei/drei Wochen mit hoffentlich reizvollen und aufregenden Bildern und einen weiteren Bericht, eure Maria Schönhofer

Das war Woche sieben

Salama, aus Afrika, liebe Blogfreunde!

Letzte Woche war ich wieder mit dabei, bei den Screenings in den Bergdörfern. Diesmal rumpelten wir mit einem Landroover, die Berge hinauf und hinab.

In einem Dorf gab es zu meiner Überraschung ein Krankenhaus mit einer Geburtenstation, Labor für Bluttests und einer Apotheke. Der leitende Arzt zeigte uns, sichtlich voller Stolz das ganze Haus. Zeitweise hatte ich Mühe, mein Entsetzen, bezüglich Hygiene, Instrumentarium und Menschenwürde zu verbergen. Dieses Spital entspricht in etwa den Bedingungen, österreichischer Krankenhäuser in den 1960iger Jahren.

Wir richteten uns wieder im Freien ein, warteten auf die Kinder die teilweise von ihren Eltern her getragen wurden oder bestenfalls mit dem Motorrad kamen. Pro Tag schafften wir 2-3 Dörfer und ca. 15 – 20 Kinder mit unterschiedlichsten physischen und /oder psychischen Behinderungen. Sie wurden alle eingeladen, zur Therapiewoche ins Mama Kevina Hope Center zu kommen. Der Einladung sind diese Woche 14 Familien gefolgt. Ein Vater war mit seinen drei behinderten Söhnen da.

Die Chancenungleichheit, der afrikanischen Kinder im Vergleich zu den österreichischen Kindern macht mich manchmal sehr betroffen. Routine Operationen können hier manchmal aus Mangel an Geld, Distanz zu den Krankenhäusern oder aber an fehlenden Chirurgen oder Equipment nicht durchgeführt werden. Ein Beispiel: Ein Mädchen hat hinter dem Auge einen Tumor, der ihr das Auge aus der Augenhöhle drückt. Der Vater erzählte, dass er im Krankenhaus in Dar es Salam, das ist das modernste im Land, war und er keine Hilfe bekommen hatte. Eine Operation dieser Art ist in Tansania nicht möglich. Das kommt einem Todesurteil, für dieses Kind gleich. Ich denke in Österreich hätten wir möglicherweise einige Chirurgen und Krankenhäuser, die solche Operationen durchführen könnten.

Gott sei Dank gibt es immer wieder lustige und erheiternde Begebenheiten. Die offene und lebensfrohe Art der Menschen ist sehr bemerkenswert und wirkt ansteckend.

Bis zum nächsten Mal eure Maria Schönhofer

Viel neues und auch altbekanntes…

Habari jioni, liebe Blogfreunde!
Verzeiht, mein Blog kommt etwas verspätet, aber wir hatten jetzt tagelang keinen Strom.
Die vergangene Woche war ziemlich anstrengend. Es kamen am Montag 12 Kinder mit ihren Müttern, Vätern oder Großeltern ins Centrum und sie blieben bis Freitag. Alle übernachteten im Centrum und wurden auch mit Essen versorgt. Eine Menüauswahl stellt sich nicht, es gibt in der Früh Porridge, zum Lunch Reis mit Bohnen und Wasser zum Trinken, aber wenigstens hat keiner Hunger oder Durst.
In Theorie und Praxis lernen sie hier ihre Kinder bestmöglich zu unterstützen und zu fördern. Unser Physio Daktari ist“ Mädchen für Alles“, von den Untersuchungen, über krankheitserklärende Vorträge bis hin zum Korrekturgipsen bei Fehlstellungen, zieht sich sein Betätigungsfeld. Zwischendurch verarztet er auch noch die Begleitpersonen, wenn es notwendig ist. Die Therapeutinnen üben währenddessen fleißig mit den Kindern. Und ich mittendrin, manchmal etwas ratlos und tue mein Bestes. Kinder trösten, Verbände anlegen, physiotherapeutische Übungen machen, Fotos für die Dokumentation, Sicherheitshinweise bzgl. Hygiene, usw.
Es fehlt an den für uns selbstverständlichen Dingen, wie Medikamente, Desinfektionsmittel, Handschuhe, Verbandszeug, Heilbehelfe usw. Es ist ständig notwendig zu improvisieren, aber da sind die Afrikaner Meister. Meiner Reiseapotheke fehlt auch schon einiges, was ich eingebracht habe. Diese Tätigkeit ist für mich auch sehr bewusstseinsbildend und ich lobe jeden Tag unser Gesundheitssystem in Österreich und die älteren Generationen, die uns unseren Wohlstand begründeten.
Am Kilimanjaro war ich noch nicht, aber am Samstag haben Regina und ich, mit 2 Bergführern und zwei ihrer Freunde eine Bergtour unternommen. Wir wanderten den Kandoto Bergrücken entlang bis zum Mkonga, einem riesigen Felsbrocken, den wir hochkraxelten. Es war eine sehr interessante Wanderung mit herrlichen Ausblicken.
Und dann bin ich noch am Montag den 29. Februar 2016 Urlioma geworden. Unser entzückendes Mädchen heißt Ariana Nicoletta und ist wunderhübsch. Kein Wunder bei den feschen Eltern.

Liebe Gürße aus dem Hope Center eure Maria Schönhofer

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Im Land der Massai und der Swaheli!

Hujambo, liebe Blogfreunde!

Die Massai
In der Gegend von Same sieht man Massai mit Ihren Herden. Sie stehen in ihren traditionellen roten oder dunkelvioletten Gewändern, manchmal mit orangefarbigen Haaren, wie Statuen in der Landschaft.
Die Massai sind ein nomadisches, sehr stolzes Hirtenvolk und stark mit ihren alten Traditionen verhaftet. Sie glauben an einen Gott namens Engai. Der gesellschaftliche Status eines Mannes, wird an der Größe der Herde und an der Anzahl seiner Frauen und Kinder gemessen. Viele der Mädchen werden schon mit zwölf Jahren verheiratet, und der Ehemann übernimmt vom Vater das Sorgerecht. Hauptnahrungsmittel der Massai ist Milch frisch oder vergoren, sie wird auch vermischt mit vorsichtig gezapftem Rinderblut getrunken. Geschlachtet werden die kostbaren Tiere nur bei besonderen Anlässen. Früher zogen die Massai durch die Hochebenen Tansanias. Doch viele sind inzwischen sesshaft geworden und leben in rundförmigen Dörfern, Gral genannt. Die Männer gehen mit den Rindern auf Wanderschaft, wenn das Weidegras knapp wird. Auch wenn eine Herde 200 Tiere hat, kennt der Hirte jedes Tier beim Namen.
Immer mehr, besonders junge Massai öffnen sich der Gesellschaft. Sie gehen zur Schule und nützen wirtschaftliche Chancen, etwa im Tourismus.
Wenn ihr mehr über dieses besondere Volk wissen wollt, Caroline Weingrill hat einen sehr interessanten Artikel über Neoevalutionismus verfasst.
Ich habe euch wieder einige Fotos aus meinem Alltag hier beigefügt. Zum Beispiel, die Buben beim Wäschewaschen. Ein tägliches Ritual, wenn sie von der Schule kommen. Ich war entsetzt, als ich das zum ersten Mal sah, dass die Kinder ihr Schulbekleidung selber waschen müssen. Die Kinder hier müssen allgemein sehr viel mitarbeiten.
Der Rollator aus Holz dient nicht nur als Gehhilfe. Wenn er nicht grad gebraucht wird, ist er ein begehrtes Spielzeug für Gifti und Leonardi.
Ein paar Bilder von Flora und Fauna habe ich auch wieder gemacht. Die Blumen hier sind sehr bescheiden, aber im Detail wunderschön.
Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin auf einer Zeitreise 50 Jahre zurück in meine Vergangenheit. Als ich ein Kind war, war es ähnlich wie heute hier, nur zu essen hatten wir immer genug. Auch die Entwicklung, im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung, ähnelt dem in Österreich in den achtziger Jahren.

Habe gestern natürlich auch meinen Geburtstag hier gefeiert. Danke allen, die mir Glückwünsche geschickt und liebe Zeilen geschrieben haben.

Für meine jungen Blogleser ein Tipp: Swaheli Rap X Plastaz coole Musik

Bis zum nächsten Mal, eure Maria Schönhofer

 

 

Eine abenteuerliche Woche…

Habari za mchana, liebe Blogfreunde!

Der Distrikt Same zählt ca. 270.000 Bewohner und die Stadt Same hat ca. 9100 Einwohner. Es ist ein sehr lebendiges Städtchen, von dem aus man Busverbindungen in alle Richtungen hat. Es liegt in einer Ebene und ist von Bergen und Hügeln umgeben. Ich habe einige Bilder aus der Umgebung eingefügt. Termitenhügel ragen manchmal bis zu drei Meter in die Höhe. Die Nester werden von Millionen dieser kleinen Lebewesen bevölkert.

Ich habe eine etwas abenteuerliche Woche hinter mir. Am Montag fuhr das gesamte Team und ein Arzt zum Screening in sehr entlegene Bergdörfer. Es ging steil bergan und der Zustand der Straße war furchtbar und wir mußten ständig irgendwelchen Steinen, Gräben oder entgegenkommenden Motorrädern ausweichen. So rumpelten wir Kilometer für Kilometer den Berg hinauf. Es dauerte nicht lange, kochte der Kühler zum ersten Mal. Bis wir endlich nach Stunden im Dorf ankamen, wiederholte  sich das noch drei Mal.

Das Gemeindehaus war der Treffpunkt mit den Eltern und Kindern. Die Bürgermeisterin begrüsste uns und alle Anwesenden recht herzlich und alle mussten sich in Besucherlisten eintragen. Der Arzt erklärte einiges und danach wurde auf freier Flur eine Untersuchungsstation hergerichtet. Hier wurden die Kinder Untersucht und eine Diagnose erstellt und zu weiteren Massnahmen ins Center eingeladen. So schafften wir drei Dörfer. Als wir unsere Heimfahrt antraten, zog ein Gewitter auf und es schüttete  wie aus Schaffeln. Langsam, es war inzwischen sehr rutschig geworden, ging es talwärts. Doch plötzlich ein Ruck, und wir hatten ein Rad vom Landcruiser verloren. Der Fahrer versuchte es zu reparieren, was im aber nur kurzfristig gelang. Nach einem Kilometer standen wir endgültig. Entgegenkommende Motorradfahrer erzählten uns, dass die Straße ohnehin nicht mehr befahrbar ist, weil Muren den Weg versperrt haben.

Hungrig, durchnässt und notgedrungen, mussten wir die Nacht zu 9. im Fahrzeug verbringen. Der Fahrer organisierte noch etwas zum Trinken und Kekse. Dann war es auch schon finster, wir sperrten die Türen zu und versuchten zu schlafen.Trotz der misslichen Lage haben wir den Humor nicht verloren und das Beste daraus gemacht.

Nächsten Morgen kam ein Mechaniker und reparierte den Wagen in 4 Stunden. Die Straße wurde von vielen Männern per Hand freigeräumt und so kamen wir am Nachmittag im Tal an. Die nächsten Tage verliefen ohne gröbere Hindernisse.

Die Armut der Menschen, die Wohnverhältnisse und die vielen behinderten Kinder, stellen für mich eine sehr große Herausforderung dar. Viele der Kinder sind sehr mager, weil sie zu wenig zu essen haben.Ich muss mich ganz klar abgrenzen und sehr sachlich arbeiten, um nicht in Mitleid zu verfallen.

Übrigens, es gibt hier keinen Fasching, aber den Aschermittwoch und die Fastenzeit  schon. Ich frag mich nur, wie die Menschen hier, oft nur mit einer Mahlzeit pro Tag auch noch fasten sollen.

Das wars für heute, bis zum nächsten Mal, eure Maria Schönhofer

 

 

Moja, Mbili, Tatu … Karibu tena

Habari, liebe Blogfreunde!

Ich habe einige schöne Landschaftsbilder für euch eingefangen. Ihr seht, die Erde ist kräftig rot und so bietet sie einen sehr schönen Kontrast zum Grün der Pflanzen.

Am Donnerstag bin ich mit den Schwestern zum Wochenmarkt nach Moshi gefahren. Ca 100 km und 2 Stunden Fahrt. Auf dem Weg dahin, ich traute kaum meinen Augen, tauchte vor uns  der Kilimandscharo auf. Ich war sehr begeistert, aber Sr. Febronia und Sr. Devota  und den Fahrer beeindruckte das gar nicht. Für sie ist er einfach ein Berg. Dabei ist der Kili doch der höchste (5895 m) freistehende Berg der Erde und er hat zwei Gipfel, den Uhuru Peak und den Kibo. In Moshi herrschte reges Treiben und Feilschen um die besten Preise des Angebotes.Viele kommen hier her, weil es da Alles gibt, was das Land hergibt und produziert. Die Preise sind nicht hoch, aber viele Familien können sich die Waren trotzdem nicht leisten. Wir kauften Gemüse, Früchte und Stoffe ein. Die meiste Kleidung für die Kinder wird nämlich im Centrum selbst genäht, auch die Schuluniformen.  Pullover und Westen werden auch in der Einrichtung gestrickt.

Es gibt hier öffentliche und private Schulen. Die öffentlichen Schulen sind gratis und die privaten haben verschiedene Preise. Der Unterschied besteht darin, dass in den Öffentlichen Swaheli und in den Privaten Englisch unterrichtet wird und jeweils die andere Sprache als Nebensprache gelehrt wird. Das Schulangebot besteht aus 7 Jahre Pramary (Pflichtschule), 4 Jahre Secondary  und 2 Jahre Elevel School (Examen). Danach ist der Weg frei für die Uni., ist aber eine Geldfrage, denn das Studium ist selbst zu finanzieren, es wird nur ein minimaler Zuschuss vom Staat gewährt.

Gestern war ein großes Geburtstagsfest für Schwester Febronia, Father John und Regina, die jetzt doch nicht nach Hause geflogen ist. Es war sehr lustig, mit Grillerei und Livemusik. Alle Dorfbewohner waren gekommen und wir erlebten einen vergnüglichen Nachmittag.

Zu Hause angekommen, gabs als Draufgabe noch einen herrlichen Sonnenuntergang.

Das war`s für heute, alles Liebe und Tutaonana eure Maria Schönhofer

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Sonnenuntergang

Was diese Woche los war

Grüsse euch liebe Blogfreunde!

Mir geht es sehr gut hier. Die Schwestern umsorgen mich. das Essen ist sehr bescheiden, aber gut. Es gibt wenig Abwechslung am Speiseplan, alles was zur Zeit wächst wird gegessen.Vorwiegend Gemüse und wenig Fleisch oder Süsses, aber das soll ja sehr gesund sein. Beim Trinken ist es dasselbe. Hauptsächlich trinke ich Wasser, ab und zu gibt es auch Säfte. Milch gibt es auch, aber nicht immer. Kaffee trinkt ausser mir keiner, aber der kommt aus der Dose.

Am Sonntag habe ich, in einer neuen Kirche, einer richtigen Gospel Messe beigewohnt. Es waren ca. 150 Kirchenbesucher da, die auf Plastiksesseln Platz nahmen. Alle waren sehr schön gekleidet. Es ist zwar noch ein Rohbau, der kein Dach und keine Fenster hat, weil das Geld fehlt, aber es war ein besonderes Erlebnis. Natürlich mussten wir den Weg dahin zu Fuß gehen.

Diese Woche gabs eine große Abschiedsfeier, von Regina, einem Mädel aus dem Schwarzwald in Deutschland. Sie hat die sechs Monate nicht ganz durchgehalten und nach vier abgebrochen. Es wurde den ganzen Vormittag gekocht. Um 14:00 Uhr begann mit dem Lunch die Feier. Danach gab es Tanzvorführungen und viel traditionelle Musik und Tanz. Zum Schluß sehr berührende Abschiedsmomente und Geschenke für Regina

Ich bin gerade dabei, mir erst mal  einen Überblick zu verschaffen, was es hier für Möglichkeiten für Verbesserungen gibt. Es fehlt hier einfach an allen Ecken und Enden und vor allem an Geld. Es gibt keine Fachkräfte, ausser die Therapeuten, die alle 2 Wochen kommen und einer Spanierin die auch freiwillig hier arbeitet. Alle anderen arbeiten so wie sie es für richtig halten. Es gibt sehr wenig Spielraum, weil es für die Kinder sehr wenige Behelfe oder Spielsachen gibt. Auch an Bastelmaterialien fehlt es. Die Einrichtung ist sehr spärlich und das Meiste selbst gemacht, sogar die Rollstühle. Vormittags sind die Kinder in der Schule. Sie gehen zu Fuß und die Kinder, die keine Gehbehinderung haben schieben die Rollstuhlfahrer. Der Weg zur Schule ist sehr schlecht und so kippt auch manchmal einer um, dann laufen alle zusammen und stellen ihn wieder auf und schon gehts weiter. Wenns regnet, müssen die Rollstuhlfahrer zu Hause bleiben, denn dann ist der Weg nicht befahrbar, so wie am Donnerstag zum Beispiel. Dann wird im Center mit ihnen gelernt.

Es lässt natürlich auch die Hygiene zu wünschen übrig, da auch im Center kein Wasser aus der Leitung kommt. Es gibt nur Wasser vom Tank, also mit dem Kübel. Aber die Kinder sind sauber und haben doch gewisse Hygienevorschriften, zum Beispiel Hände waschen vor dem Essen.

Das Schöne daran ist, dass die Kinder das nicht stört. Sie sind meistens fröhlich und lachen sehr viel. Sie lehren mich jetzt Suaheli. Es ist so lustig. Mit Reimen und Liedern bringen sie mir zählen bei. Auch die verschiedenen Grußformeln kann ich schon. Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meiner Pension eine neue Sprache lerne.

Am Donnerstag Nachmittag haben wir Ballspiele gemacht und so kenne ich schon die meisten Namen der Kinder und Mitarbeiter. Es sind ca. 20 Kinder im Center, die meisten wohnen auch hier. Danach haben wir beim Feuerholz machen zugesehen. Als Joni, ein Scheit aufbrach, purzelten viele kleine Skorpione heraus. Leider brachte er gleich alle um, so wie auch die grüne Schlange, die beim Haus war. Beim nächsten Scheit kam eine Wabe von Wildbienen zum Vorschein. Joni zog das Holz zu den Kindern, die gleich anfingen, den Honig mit den Fingern herauszuholen, denn Honig gibt es selten. Sie gaben auch den Kindern, in den Rollstühlen davon. Sie helfen sich überhaupt gegenseitig sehr.

Schwester Davota hat mir danach erklärt, dass  hier verschiedene Schlangen leben. Eine davon ist die große Kobra.  Weiters schwarze und grüne, deren Namen sie auf Englisch nicht kannte. Manche sind so dick wie meine Hand, meinte sie. Ich denke das werden Mambas sein, die es hier in Tansania ja gibt. Sie belehrte mich, was ich zu tun hätte, wenn mich eine beisst, auf meinem 1 Stunden Weg zur Arbeit. Auch ein Kraut will sie mir zeigen, das hilft. Ich muss gestehen, etwas mulmig war mir da schon dabei. Ich hoffe ich treffe keine.

Wenns interessant ist für euch, freue ich mich und mache weiter. Ihr könnt auch gerne einen Kommentar schreiben. Liebe Grüße aus Afrika, einer wunderschönen Anderswelt eure Maria Schönhofer